Mai 1945: Deutschland liegt in Trümmern. Die Menschen kämpfen um ihr Überleben. Die Hälfte der Bevölkerung befindet sich auf der Flucht, circa 35 Millionen Soldaten sind in Gefangenschaft: ein gebrochenes Volk, das diesen Mai 1945 zum großen Teil als eine Niederlage erlebt und nicht als eine Befreiung vom nationalsozialistischen Größenwahn. Doch spielt die Politik in dieser "Stunde Null" für die Deutschen keine Rolle. Man lebt von der Hand in den Mund, der Schwarzmarkt blüht, die Trümmer des Krieges sind wegzuschaffen und Wunden zu lecken.
Die Nachkriegszeit erleben der Osten und der Westen des Landes sehr unterschiedlich. Die Aufteilung in Besatzungszonen durch die Alliierten führte zur wirtschaftlichen und letztlich zur politischen Teilung des Landes - in Beton gegossen durch den Mauerbau des Jahres 1961.
Trotz mühseliger Aufbauarbeit kommt die Wirtschaft in ganz Deutschland nur langsam in Schwung. Die Besatzer beschließen unter anderem Demontagen als From von Reparationsleistungen. Diese treffen den Osten des Landes besonders hart, die Sowjets lassen ihn unnachgiebig für den Krieg bezahlen.

Ein weiterer gemeinsamer Beschluss der Alliierten sieht die Entnazifizierung der Bevölkerung vor: Und plötzlich sind alle Deutschen Demokraten und wollen von den Verbrechen der Nationalsozialisten nichts gewusst haben. Der so genannte "Persilschein" verbürgt für eine politisch weiße Weste und hilft auch so manchem Politiker und Bürokraten nach 1945 wieder in den Sattel.
Die Bevölkerung interessiert sich jedoch weniger für Politik, sondern vielmehr dafür, wie sie den harten Winter 1946/47 überstehen soll. Die Ernährungslage ist katastrophal und auch Kohle ist Mangelware. Die Westalliierten greifen ihren Besatzungszonen unter die Arme: Der Marshall-Plan, ein Wiederaufbauprogramm für Westeuropa in Höhe von über 12 Milliarden Dollar.

Damit soll nicht nur die Wirtschaft wieder angekurbelt, sondern das Land auch politisch stabilisieren werden. Den Schlusspunkt der ersten Aufbauphase setzt die Währungsreform vom 21. Juni 1948: die deutsche Mark wird eingeführt und leitet im Westen die Zeit des Wirtschaftswunders ein.
Auf den wirtschaftlichen Aufschwung im Westen reagierte die sowjetische Besatzungszone mit der Blockade Berlins. Die Westalliierten sichern die Versorgung der Bevölkerung Westberlins mit Hilfe einer Luftbrücke. Die Reparationszahlungen müssen die Menschen im Osten nun alleine tragen.

Durch die Währungsreform im Westen drohte der sowjetischen Besatzungszone eine Inflation, daher führte sie ihre eigene durch, die jedoch keine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage nach sich zog. Während die Sowjetunion ihre Besatzungszone weiter ausblutete und so den Wiederaufbau hemmte, begann im Westen eine Zeit wirtschaftlicher Erholung und euphorischer Aufbruchstimmung.